Arthrose

 

Als Arthrose bezeichnen Mediziner den Verschleiß eines Gelenkes. Der Gelenk-Knorpel ist abgenutzt und beschädigt. Knorpel und Knochen verändern ihre Form und reiben sich bei einer Bewegung gegenseitig ab. Am häufigsten tritt die Arthrose an Händen, Knien, Wirbeln und Hüften auf. 

Typische Symptome der Arthrose sind:

Gelenkschmerzen bei Belastung (Belastungsschmerz), Gelenkschwellungen und Dauerschmerz des Gelenks sowie verspannte Muskeln um das Gelenk herum. 

 

Ernährungsgrundsatz: Wenig Fleisch, viel Grünes 

 

Was sollte ich bei Arthrose nicht essen? 


  • gesättigte Fettsäuren: Butter, Schlagsahne, Schmalz, Wurstwaren.
  • gehärtete Fette: Kekse, Fertiggerichte und -kuchen.
  • Arachidonsäure (eine Omega-6-Fettsäure): enthalten ist diese in tierischen Lebensmitteln, Fleisch, Innereien, Eier, Käse, Wurst und  Milch


Unbedingt sollten Betroffene den Fleischkonsum einschränken, denn v. a. rotes Fleisch und Wurst enthalten viele entzündungsfördernde Stoffe (z. B. die Arachidonsäure, die v. a. in Schweinefleisch und in Wurst enthalten ist)
Auch zu viel Zucker fördert Entzündungen.
Auch auf weißes Mehl sollten Betroffenen lieber verzichten.

Was alles schadet bei Arthrose außerdem? 

Übeltäter bei Arthrose sind: Fertiggerichte, Konservierungsmittel und Farbstoffe, Fette, Backwaren im Übermaß, Gluten reiche Nudeln, Koffein, Alkohol, Zucker, Nikotin, Stress, Bewegungsmangel und noch viel mehr. 

Wie schädlich ist Kaffee? 

Kaffee schadet den Gelenken, denn Koffein greift den Knorpel an. Deshalb sollte man auch Cola meiden. 
Das Knorpelgewebe besteht aus Knorpelzellen, den sog. Chondrozyten und der extrazellulären Knorpelmatrix. Die Aufgabe der Knorpelzellen besteht darin, die extrazelluläre Knorpelmatrix zu bilden, die hauptsächlich aus Wasser, Kollagenen und Proteoglycanen besteht. Diese Bestandteile müssen immer in einem bestimmten Verhältnis stehen, sonst verliert der Knorpel an Druckfestigkeit und Elastizität und kann seine Funktion als Stoßdämpfer nicht mehr erfüllen. 

Koffein kann die Bildung der extrazellulären Knorpelmatrix beeinträchtigen. Der Knorpel wird dadurch dünner. Ebenfalls werden die Knorpelzellen gehemmt. Die Dicke der Knorpelschicht (Tidemark) nimmt ab. Zusätzlich fördert Koffein die Einlagerung und Anhäufung von Cholesterin im Knorpel. Dadurch werden die Knorpelzellen wiederum gehemmt und in ihrer Funktion gestört. Der Knorpelabbau schreitet so voran. 

Koffein in der Schwangerschaft? 

Nein! Koffein ist in der Schwangerschaft unbedingt zu meiden. Denn Koffein hat v. a. auf das hyaline Knorpelgewebe eine schädliche Auswirkung. 
In der Embryonalentwicklung bestehen die Knochen zum größten Teil aus hyalinem Knorpelgewebe, dass im Laufe des Lebens in Knochen umgewandelt wird. Besonders die Epiphysenfuge, auch Wachstumsfuge genannt, die für das Längenwachstum der Röhrenknochen bekannt ist, ist als hyalines Knorpelgewebe lokalisiert. 
Das ist der Grund, weshalb Kinder keinen Kaffee oder Cola trinken sollten. 

Koffein hemmt Botenstoffe, die das Wachstum fördern, vermindert die Kalziumkonzentration in den Zellen (so dass die Knochen nicht optimal mineralisiert werden können) und es vermindert das erwünschte Absterben der Chondrozyten (Knorpelzellen). Das Absterben der Knorpelzellen ist jedoch nötig, um den Knochenzellen Platz zu machen. 

Welche Lebensmittel sind gut bei Arthrose? 


Obst: Generell alle zuckerarmen Obstsorten, wie Aprikosen, Beeren, Avocados. Seltener sind auch zuckerreiche Sorten wie Ananas, Bananen, Birnen, Honigmelone, Mangos, Süßkirschen oder Weintrauben in Ordnung. 


Omega-3-Fettsäuren: z. B. in Leinsamen, Leinöl, Lachs, Wallnüsse, Rapsöl… 

Besonders gut geeignet sind Cashews und Haselnüsse 


Brot und Getreide: Verzichten Sie auf Weißmehl. Essen Sie stattdessen Vollkornbrot. Gut eignen sich Haferflocken, Müsli ohne Zucker, Vollkornnudeln, Vollkornreis, Gerste, Hirse und Buchweizen. 


Besonders Silizium hat eine knorpelstabilisierende Wirkung. Viel Silizium ist in Braunhirse, Hafer, Naturreis, Hirse sowie in Kräutertees wie Schachtelhalm und Brennnessel.

Sind Kartoffeln gut bei Arthrose? 

Ob bei Arthritis oder Arthrose oder sonstigen Gelenkproblemen: Finger weg von gekeimten Kartoffeln! Sie enthalten große Mengen Solanin und sollten vorsichtshalber nicht verzehrt werden. 

Sollte man generell auf Nachtschattengewächse verzichten? 

Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt keine humanmedizinischen Studien, die nahelegen würden, bei Arthritis, Arthrose oder rheumatoider Arthritis auf Nachtschattengewächse zu verzichten. Fakt ist jedoch, dass die Pflanzen Stoffe zur Abwehr von Schädlingen und Krankheitserregern bilden, die sogenannten Alkaloide. Hier ist der bekannteste Stoff das Solanin, das insbesondere in der Kartoffel und der Aubergine vorkommt. Die Alkaloide haben den Ruf, dass sie Entzündungsvorgänge auslösen und Gelenkbeschwerden verschlimmern. Dies gilt aber nur dann, wenn Alkaloide in besonders großen Mengen aufgenommen werden. Dann sind sie allerdings auch für gesunde Menschen schädlich. Also müsste beispielsweise ein 70 kg schwerer Mensch 2 kg Kartoffeln mit Schale essen, um eine schädliche Wirkung zu erreichen. Diese schädlichen Aufnahmemengen werden beim normalen Verzehr von Tomaten, Kartoffeln, Paprika und Co. aber nicht erreicht! 

Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen liefern auch bei Gelenkschmerzen wertvolle Inhaltsstoffe und tun gut. Also sollte man darauf besser nicht verzichten. 

Um eine erhöhte Aufnahme des bekanntesten Alkaloids, des Solanins, sicher auszuschließen, können Sie ein paar Dinge beachten: 

  • Kartoffeln sollten Sie kühl, dunkel und trocken lagern.
  • Der wesentliche Solaninanteil in der Kartoffel befindet sich unter der Schale: Durch Schälen der Knollen können Sie den Alkaloidgehalt deutlich reduzieren. Dennoch können Erwachsene auch mal Kartoffeln mit Schale genießen. Vorsicht ist jedoch bei grünen, beschädigten und gekeimten Kartoffeln geboten. Solche Kartoffeln sollten lieber nicht verzehrt werden, weder geschält noch ungeschält. Sollte die Kartoffel nur einzelne grüne Stellen aufweisen, reicht es aber aus, diese großzügig abzuschneiden.
  • Da Solanin wasserlöslich ist, geht es beim Kochen in das Kochwasser über. Schütten Sie das Kochwasser daher nach dem Garen weg und verwenden Sie es nicht weiter.
  • Ob bei Arthritis oder Arthrose oder ganz ohne Gelenkprobleme: Finger weg von gekeimten Kartoffeln! Sie enthalten große Mengen Solanin und sollten vorsichtshalber nicht verzehrt werden.

 

Was trinken bei Arthrose? 

Am besten geeignet sind Wasser und ungezuckerte Tees, besonders grüner Tee und Kräutertee, hier besonders Brennnesseltee und Schachtelhalmtee wegen ihres hohen Siliziumgehaltes. 

Kaffee ist nur in Maßen erlaubt (1 bis maximal 2 Tassen am Tag). Besser ist es, komplett auf Kaffee zu verzichten. Als Kaffeeersatz sind Dinkelkaffee, entkoffeinierter Kaffee und z. B. Lupinenkaffee geeignet. 

 

Was hilft sonst noch? 

Neben einer angepassten Ernährung helfen am besten eine Kombination aus Bandagen und Orthesen, therapeutisches Training, leichter Sport sowie Wärmeanwendungen. Auch eine vorübergehende Einnahme von Medikamenten ist sinnvoll. 

 

Wärme 

Es ist sehr wichtig, die betroffenen Gelenke warm zu halten und Wärmeanwendungen durchzuführen. Denn Wärme steigert die Durchblutung, entspannt die Muskeln, die Gelenke werden besser geschmiert und das Gewebe lockert sich. 

Deshalb sind warme Bäder, Sauna, Infrarotwärme, Dampfbad, wärmende Bandagen, Wärmflaschen, Schlammpackungen wie z. b. Fango besonders gut geeignet. 

Aber Achtung! Akute Entzündungen sollten nicht mit Wärme behandelt werden, denn Wärme fördert den Entzündungsprozess zusätzlich. Auch bei Bluthochdruck oder einer bestehenden Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten. Wärmeanwendungen sollten in diesen Fällen mit einem Arzt oder Heilpraktiker abgeklärt werden. 


Arthrose im Winter
Wer unter Arthrose leidet, stöhnt beim Blick nach draußen: Wird es draußen kälter, werden die Gelenkschmerzen oft schlimmer. Die Kälte lässt die Gelenke auskühlen und sorgt für Verspannungen. Viele Betroffene gehen deshalb im Winter gar nicht mehr raus. Aber das ist falsch! Denn dadurch wird es oft noch schlimmer. Um die Gelenke auch bei kälteren Tagen warm zu halten, gibt es verschiedene Wärmekleidungen, z. B. aus Angorawolle, die auch gezielt an den einzelnen Körperteilen angezogen werden können (z. B. als Schulterwärmer und Kniewärmer).